Auch die längste Reise ist irgendwann zu ende. Und es war wirklich ein weiter Weg. Nicht nur die Strecke in den Südpazifik, vor allem wieder die Herzlichkeit der Bewohner von Fiji zu spüren und die Zufriedenheit der Vanuater. Es braucht immer wieder einen Moment, bis man wirklich hier in Mitteleuropa angekommen ist.
Was ist geblieben von den Eindrücken? Was können wir hinübernehmen in den Alltag, wo heute alle von Wirtschaftskrise reden und es im Prinzip klar ist, dass es nicht immer aufwärts gehen kann. Die Zufriedenheit, Herzlichkeit und das Gemeinschaftsgefühl hat uns auch dieses Mal stark berührt. Zu sehen, mit wie wenig der Mensch glücklich ist. Überall ohne eine Spur von Unsicherheit durch die Strassen laufen zu können. Sei es morgens um 2 in der Hauptstadt von Vanuatu, oder mit Villie mit lauter Reaggemusik durch ein fijianisches Dorf, wo nur dunkelhäutige Menschen leben. Das sind die wichtigsten Eindrücke die bleiben, das gibt uns wieder Kraft für die nächsten Jahre. Das warme Klima, die farbenprächtigen Korallenriffe, der Regenwald und der Vulkan auf Vanuatu kommen erst an zweiter Stelle.
Positiv überrascht waren wir von Vanuatu. Diese zurückhaltende Freundlichkeit, diese noch wenig verbrauchte Natur. Und auch Korea, bzw Seoul war eine Reise wert, Eigentlich sind die Koreaner sehr ähnlich wie die Schweizer: korrekt, sauber und perfekt durchorganisiert. Auch in Seoul konnten wir uns spät Abends ungefährdet auf den Strassen bewegen.
Australien hingegen war eher negativ für uns. Vielleicht lag es am Wetter in den Blue Mountains (10C, Regen), vielleicht auch nur daran, weil der europäische Menschenschlag nicht so freundlich ist oder einfach am Essen. nirgends auf der Reise hatten wir uns schlechter ernährt. Die schlechteste Wurst, der mieseste Kebab, "best firewood" das nicht brennt und ein durchgehangenes Bett heben die Stimmung eben auch nicht.
Und Fiji? Die Erwartungen waren hoch. Und haben sie einigermassen erfüllt. Die Fijianer sind Weltmeister im Abhängen, da könnten wir uns ein Stück abschneiden. Man spührt da einfach, dass die Schnee und Winter einfach nicht kennen.
  

Mails die wir von unterwegs an unsere Verwandten, und Kollegen geschickt haben:

Von Seoul am Sat, 18. Apr 2009 06:45:33 (mitteleuropäische Zeit)

der Flug hierhin war äusserst angenehm. wir konnten auf 4 Sitzen schlafen. Das "Friends House" fanden wir schnell und wurden freundlich aufgenommen, Das typische koreanische Gästehaus liegt im Universitätsviertel und so waren wir gestern noch im letten koreanischen Hippielokal.
Heute nun haben wir den Kaiserpalast besucht und die kleinen Strässchen mit den noch kleineren Läden durchstreift. Das Essen ist fein mit den vielen Saucen und frittierten Irgendwas.

Morgen gehts weiter nach Fiji.

Von Beqa am Thu, 30. Apr 2009 07:00:23 (mitteleuropäische Zeit)

In Korea hatten wir noch eine gute Zeit. Wir konnten einen Markt besuchen und genossen das Friends House. Auch fanden wir uns erstaunlich einfach in der Riesenstadt zurecht, da alle öffentlichen Verkehrsmittel mit Zahlen durchnummeriert sind. Auch sind die Stationen englisch angeschrieben. So kamen wir rechtzeitig zum Flughafen. Der Flug nach Fiji war fast ausgebucht und die neun Stunden Flug entsprechend lang. Auch war der neueste James Bond Film eher langweilig ohne viel lustige Action.
Hier in Fiji hatte es morgens um acht 24 Grad und ungefähr 90 % Luftfeuchtigkeit. Trotzdem sind wir mit dem öffentlichen Bus nach Nadi hinein gefahren und kauften auf dem Markt etwas Kava. Der nächste Bus nach Seashell ging jedoch erst 3 Stunden später, so dass uns ein Taxifahrer dahin brachte.
Leider hatte Remi gerade ihren freien Tag. So übernachteten wir in Seashell, was uns die Zeitdifferenz besser erträglich machte.
Am nächsten morgen trafen wir Remi, die uns sofort zu ihrer Familie einlud. Am Mittag kam dann ihr Mann Soko mit seinem Lastwagen. Es stellte sich heraus, dass es der Familie blendend ging. Nicht nur alle Familienmitglieder sind gesund. Die Söhne sind nun alle Verheiratet und haben ihrerseits wieder Kinder. Die jüngste Tochter Luzia geht noch zur Schule. Besonders der zweitjüngste Sohn Simi hat es sehr weit gebracht. Er spielt nun in der fijianischen Rugby- Nationalmannschaft und wohnt in Neuseeland, wo er in einer Profimannschaft spielt und soviel verdient, dass er seine Familie unterstützen kann. So hat Soko ein Range Rover, ein Bus und ein Lastwagen und verdient sein Geld mit Transporten.
Wir schauten noch die Höhle von Tau an, welche in voreuropäischer Zeit das Versteck der Einwohner bei Angriffen von feindlichen Dörfer war.
Die nächsten vier Tage verbrachten wir auf der Spirit of Pacific, einem 30 Meter langen Segelboot. Wir fuhren mit acht weiteren Touristen und einer ebensogrossen Mannschaft auf die Yasawas. Leider war der Wind nicht immer ideal, so dass wir häufiger mit dem Motor unterwegs waren als mit dem Segel. Doch immerhin kamen wir zum segeln. Auch konnten wir viele bunte Fische und Korallen beim schnorcheln beobachten. Leider hat auch hier die Klimaerwärmung ihren Tribut gezollt. Wir sahen viele abgestorbene Riffe und die Fischvielfalt hat sich seit unserer letzten Reise reduziert. Trotzdem konnte ich einige schöne Unterwasserbilder machen und ich freue mich die zuhause in einer Show, bzw. Auf der Homepage einzubauen.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Tau hat uns Soko nach Navua gebracht, wo wir ein Boot bestiegen welches uns nach Beqa gebracht hatte. Hier sind wir wieder ins
Lawaki Beachhouse gekommen. Wir waren schon vor 6 Jahren hier bei Sam und Christine. Ist ein Super Resort zu vernünftigen Preisen. Ausser dem Super Essen ist das Riff noch ziemlich intakt und wir sind jeden Tag geschnorchelt. Heute habe ich sogar eine Schildkröte gesehen (leider nicht fotografiert, die können sehr schnell schwimmen).
Wir geniessen noch die verbleibenden Tage in Fiji, wollen noch ein Rugbyspiel anschauen wo Willi, der jüngste Sohn von Soko mitspielt. Dann gibts noch ein Abschieds-kava-trinkgelage (wir halten uns beim trinken zurück) und am Dienstagmorgen gehts schon weiter nach Vanuatu.

Von Vanuatu am Mon, 18. May 2009 06:33:37 (mitteleuropäische Zeit)

von Beqa aus sind wir wieder zu unserer Familie nach Tau zurückgekehrt. Leider war der Jeep defekt, so dass wir das Rugbyspiel nicht sehen konnten. Doch gabs dafür eine Kavaparty.
Willi, der jüngste Sohn kennt einen Vanuater, und so telefonierte er nach Port Vila und teilte Clement mit, dass wir kommen. Und tatsächlich, am Flughafen erwartet uns Clement und zeigt uns die Hauptstadt. Wir schauen uns noch das Museum an, essen wieder mal westlich und sind zwei Tage später schon auf der Insel Tanna gelandet. Dort erwartet uns der Onkel von Clement und die erste Nacht verbringen wir bei ihm. Danach laufen wir los entlang der Südkueste durch immergrüne üppige Wälder und kommen drei Tage später bei Richard (dem Bruder von Clement) an. Er hat ein kleines
Resort an der Sharks Bay. Dort können wir in einem Baumhaus nächtigen. Etwa 20 Meter über dem Boden in einem Würgefeigebaum. Das hat den Vorteil dass etwas Wind die Temperatur angenehmer macht und man einen herrlichen Ausblick hat. Auch können wir den Vulkan Yasur abends beobachten, wenn er wieder mal ausbricht. Der Badestrand ist auch ganz ok und Georgina kocht ganz ausgezeichnet.
Zweimal machen wir auch einen Ausflug zum Vulkan und können in den Krater schauen. Etwa alle 10 Minuten gibts einen kleinen Ausbruch und das Lava fliegt herum. Besonders in der Nacht spektakulär!
Nun sind wir wieder in Port Vila und wollen noch etwas schnorcheln bevor es weiter geht nach Australien.

Von Sydney am Wed, 27. May 2009 04:08:34 (mitteleuropäische Zeit)

wir haben in Port Vila noch einige schöne Tage verbracht mit schnorcheln. Vor allem die Fische waren sehr schön und zutraulich. Die Korallen waren in Fiji bunter, aber die Schwärme von Fischen hatten es uns angetan.
An Pfingsten lud uns Clement zum Lap-Lap ein. Da wird alles im Erdofen gebacken, umwickelt von speziellen Lap-Lap Blaettern. Es kam seine gesamte Fussballmannschaft, welche die Meisterschaft von Vanuatu gewonnen hatten. Es wurde auch viel Fussball gespielt, und ich durfte / musste auch mal mitspielen. Das grösste Problem dabei war, zu wissen wer in meinem Team spielt! Auch konnten wir ein vanuatisches Kanu ausprobieren, das ist ein Einbaum mit Seitenausleger. Fast unsinkbar und überraschend einfach zu steuern.
Am Sonntag sind wir weiter geflogen nach Sydney. Da hatten wir ein kleines, älteres
Hotel gebucht in den Rocks. Fünf Minuten Fussweg zur Oper und viele schöne Beizen. Auch der botanische Garten ist da sehenswert. Am nächsten Tag sind wir weiter gefahren in die Blue Mountains. Da konnten wir gestern die drei Schwestern bei schönstem Wetter bestaunen und eine kleinere Wanderung unternehmen.
Und heute haben wir nun den ersten Regentag. So sind wir nun in einem kleinen Kaff, trinken Kaffee im Internetkaffee und hoffen auf besseres Wetter.

Das war das letzte Mail.
In den letzten Tagen hat es noch oft geregnet und war nach der Südsee empfindlich kalt. Vor allem da wir gezeltet hatten. Wir sind tagsüber weiter ins innere Australien gefahren und hatten am Schluss fast alle Höhlen besucht. Ersatzprogramm! und vie mehr Kilometer mit dem Auto zurückgelegt als geplant. So sind wir einen Tag früher nach Sydney zurückgefahren und nochmals in einem Hotel übernachtet. Am letzten Tag hatten wir nochmals Clement aus Vanuatu getroffen, mit ihm das Aquarium besucht. Das ist wirklich eindrücklich, mit den Haien, Schildkröten und Seekühen. Und es war schön, in Clement einen wirklich guten Menschen kennen gelernt zu haben.
Der Rückflug via Seoul nach Zürich war lang, aber mit Korea Air durchaus erträglich. In Seoul konnten wir noch eine Nacht auf Kosten der Fluggesellschaft im Hyatt übernachten.
Und spätabends sind wir in Grabs wieder angekommen. Müde aber glücklich konnten wir feststellen, dass alle Tiere noch leben und der Garten gediehen ist. Da gibts nur ein ganz grossen Dank auszusprechen an all die tollen Nachbarn, welche wir hier haben dürfen und auf unser Anwesen geschaut haben!


 

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