Sand und Holz

Auf Allier und Loire quer durch Frankreich

Einstieg in Vichy

 An einem Montag sind wir mit unserem Auto in Vichy angekommen. Zur Begrüssung gibt's einen Wolkenbruch. Nun ja, so sollte es wenigstens genug Wasser für unseres Kanu haben. Wir schauten noch die möglichen Einstiegsstellen an, kauften noch einiges an Proviant und übernachteten auf einem Zeltplatz von Vichy.
Am nächsten morgen steigen wir dann am Omnisportzentrum in die Allier. Der Fluss ich noch nicht sehr gross, aber hat genug Wasser um über die meisten Hindernissen zu kommen. Wir lassen uns treiben und paddeln meist eher gemütlich. Viele Bäume säumen das Ufer, in den Flussinnenseiten hat es oft Sandbänke. So können wir schon am ersten Abend unser Zelt auf Sand aufbauen.

Unterwegs in der Natur

In den nächsten zwei Wochen ist unser gesamter Hausrat in unserem Kanu aufgehoben. Insgesamt geht es in dieser Zeit 300 Kilometer weit. Wir paddeln zwar jeden Tag, machen jedoch ausgedehnte Pausen und schlagen unser Nachtlager frühzeitig auf, sobald wir einen tollen Lagerplatz entdeckt haben. Meistens liegt der auf einer Insel. Wir schauen auch immer, dass das Zelt hoch genug über dem Wasser steht. Eines Morgens ist der Fluss auch tatsächlich 20 Zentimeter höher und hat danach auch mehr Strömung. Oft können wir abends den Singvögel zuhören, einmal ist auf der Nachbarinsel eine Storchenkolonie, das Klappern hört man weit in die Nacht. Eines morgens sehe ich auch einen Biber wie er im Fluss schwimmt. Die abgenagten Bäume sieht man vor allem an der Loire oft. Auch mehrere Eisvögel konnten wir beobachten. Einen Seehund sehen wir auch, aber ich denke der war irgendwo ausgerissen. Drei Mal steuern wir einen Campingplatz an. Das Auffüllen der Vorräte ist nicht immer ganz einfach, da die Franzosen meist in die grossen Supermärkte auf der grünen Wiese einkaufen. So hat es in den Dörfern selten noch ein Geschäft und vom Fluss aus sieht man selten wo was steht. So ist unser Speiseplan etwas eingeschränkt, was frische Lebensmittel betrifft.
Es gibt verschiedene Flussbeschreibungen, auch im Internet. Die Hindernisse sind je nach Wasserstand grösser oder auch gar nicht vorhanden. Fünf mal müssen wir das Boot um tragen, davon benutzen wir vier Mal unser Bootswagen. Am letzten Tag auf der Allier trugen wir zwei Mal um, wäre das täglich der Fall gewesen, hätten wir wohl weniger entspannt diese Tour gemacht. Jedenfalls hatten wir bei möglichen Umtragungsorten (Brücken und Wehre) immer vorher Halt gemacht und die Situation von Fuss erkundet. Der Fluss selber hat viele Kurven, oft Inseln und immer wieder schöne Auenwälder mit Sandstrand. Auf den Inseln ist der Wald oft so stark zugewachsen, dass kein Durchgang sichtbar ist.

Vichy nach Orleans
120 km auf der Allier
180 km auf der Loire
15 Tage unterwegs
11 mal frei gezeltet
5 Mal das Boot ungetragen, davon
4 Mal mit dem Wägeli
800 Fotos gemacht
Orleans

Nach 15 Tagen auf dem Wasser kommen wir in Orleans an. Von den 6 Brücken in dieser Stadt haben zwei starke Schwälle. Bei der alten Brücke im Stadtzentrum treideln wir auch, doch hätte man vielleicht auch fahren können. Aber wir wollen ja nicht alles unter Wasser setzen. Auf dem Gemeindezeltplatz übernachten wir und mieten am nächsten Tag ein Auto. So holen wir unser Auto von Vichy und fahren am nächsten Tag zurück in die Schweiz.



 

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träge schlängelt sich die Allier durch den Sonnentag

vonn Vichy nach Orleans